Schlacht bei Verchen

Die Schlacht bei Verchen – 06. Juli 1164
Wendenkreuzzug und Christianisierung
1147 erfolgte von Rom aus dem Aufruf zu Kreuzzügen nach Palästina und gegen die Wenden im Pommernland. Heinrich der Löwe beteiligt sich am Wendenkreuzzug, den Papst Eugen lll. und Bernhard von Clairwaux zur Christianisierung der nord- und ostelbischen Slawenstämme ausriefen. Zwei christliche Heere (etwa 40.000 und 60.000 Deutsche, Sachsen, Dänen und Friesen) bestürmten u. a. Demmin, konnten die Festung aber nicht erobern. Dennoch unterwirft Heinrich der Löwe teilweise das slawische Obotriten-Reich im heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Feldzug hat für ihn doppelte strategische Bedeutung:
Er findet fast zeitgleich mit dem 2. Kreuzzug ins Heilige Land statt. Deshalb muss Heinrich dem Ritter Barbarossa nicht nach Palästina folgen. Er kann also seine Macht in Norddeutschland, auch gegenüber den anderen Reichsfürsten, ungestört
Ausbauen. Damit ist die Christianisierung im Norden abgeschlossen und Heinrich ernennt den Obodritenfürst Niklot zu seinem Vasallen in den unterworfenen Gebieten. Nach dessen Tod übergeht er den herrschaftlichen Anspruch des Niklotsohnes Pribislaw, der sich nach dem Verlust der Burg Werle 1163 ins Exil nach Demmin zurückzieht.
Die Schlacht bei Verchen
1164 beschloss Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem Reichstag in Metz gegen die Wenden Krieg zu führen. Heinrich der Löwe erhielt die Erlaubnis, mit kaiserlicher Duldung ein Heer aufzubauen. Er aktiviert Reinhold von Dietmaren, Adolf von Holstein, Christian zu Oldenburg und Gunzelin zu Schwerin mit ihren Heerscharen gegen Demmin zu ziehen. Heinrich selbst kam mit dem Hauptheer nach. Da aber Demmin stark befestigt war, griff die Vorhut noch nicht an und lagerte Anfang Juli 1164 auf dem Hottenberg bei Verchen. Noch am Vorabend erschien eine Abordnung aus Demmin und bot 3000 Mark Silber, damals eine gewaltige Summe, für den Abzug an. Am nächsten Tag boten sie 1000 Mark weniger, wurden aber, wie zuvor, zurückgewiesen.
Am Morgen des 6. Juli 1164 griffen die Slawen unter Führung von Pribislaw an.
Das Feldlager war nur schwach bewacht, so dass der Überraschungsangriff gelang. Adolf und Reinhold kämpften mit ihren Truppen am Lagereingang, dort wurden sie erschlagen. Die Slawen überfielen das Zeltlager und plünderten es, die Sachsen flohen. 300 Ritter, die sich bei Gunzelin und Christian gesammelt hatten, griffen danach an. Sie befreiten nicht nur die Bedrängten, sondern stürmten das Lager und vertrieben schließlich die plündernden Slawen.
Die vollständige Niederlage der Slawen wurde mit 2.500 Erschlagenen bezahlt.
Das Heer von Heinrich dem Löwen hatte ebenso viele Opfer. Die Überlebenden retteten sich nach Demmin oder Aalbude ins Stammland. Als Heinrich der Löwe in Eilmärschen heranrückte, waren die Kämpfe bereits beendet. Er zog nach Demmin, fand die Stadt aber leer und abgebrannt vor. Die nun leere Landschaft wurde von Deutschen besiedelt und Pribislaw wurde 1 167 zum Lehnsmann Heinrich des Löwen.